Honda
Honda XBR 500

Honda XBR 500 (TYP PC15)

 

Die Honda XBR 500 vom Typ PC15 stand ab 1985 in Deutschland bei den Händlern. Der kernige Einzylinder mit vier Ventilen
und einem Hubraum von 499 cm³, zeigt mit seinen 44 PS in der ungedrosselten Version beachtliche Leistungswerte.
Wegen der damaligen ungünstigen PS-Staffelungen der Motorradversicherungen, gab es bis 1987 auch eine auf 27 PS
gedrosselte Version. Die Leistungsreduzierung erfolgte über eine andere Nockenwelle, Vergaserbedüsung und Antriebsritzel.
Ab 1988 wurde die Leistungsminderung dann nur noch durch einen veränderten Ansaugstutzen (verringerter Durchlass) erreicht.

Im Gegensatz zum damaligen Konkurrenzmodel von Yamaha, der SRX, verfügte die XBR über einen elektrischen Anlasser und
einen Kickstarter.

 

Die Honda XBR wurde in den ersten beiden Herstellungsjahren ausschließlich mit den vernieteten ComStar-Leichtmetallfelgen
ausgeliefert. Erst ab 1987 gab es auch Speichenräder im Angebot.
Das 'very britishe' Design des Einzylinders wurde zusätzlich durch den demontierbaren Sitzbankhöcker unterstrichen. Heute ein
sehr gesuchtes Ersatzteil. So war es möglich mit wenigen Handgriffen aus dem optischen Einsitzer einen Zweisitzer zu machen.


Leider wurde die Produktion 1988 wegen der geringen Nachfrage auf dem deutschen Markt und zusätzlichen Verschärfungen
der Lärm- und Abgasvorschriften eingestellt. Schade, das Motorrad wurde einfach unterschätzt. Der kräftige kernige Sound, die
Leistungsentfaltung
und die Zuverlässigkeit hätten eindeutig mehr Beachtung verdient. Der Klang der XBR ist dem einer Ducati
nicht unähnlich.
Die Verkaufszahlen
in Deutschland lagen im Produktionszeitraum bei etwas über 8.000 Stück. Der Motor galt als sehr standfest
und wartungsfreundlich. Einzig die geringe Motorölfüllmenge von 1,7 Liter bei Ölfilterwechsel, wurde als Konstruktionsschwäche
gesehen. Die Differenz zwischen Min. und Max. am Ölmessstab lag nur bei 350 ml. Das bedeutete häufige Ölkontrollen, um keine
Motorschäden zu riskieren. Zu wenig Öl führte besonders im Zylinderkopf und im Nockenwellenbereich zu Lagerschäden. Eine
der häufigsten Schäden der XBR.
Zusätzlich waren Risse durch Überhitzung bei den Baujahren 1985-1987 zwischen Zündkerzenloch und Auslassventilen infolge
überwiegendem Betrieb im Stadtverkehr zu beobachten. Auch gab es bei diesen Baujahren defekte Anlasserfreiläufe und Span-
nungsrisse im hinteren Krümmerbereich der Auspuffanlagen. Aber das waren auch schon die einzigen Beanstandungen. B
ei
ausreichender Wartung
ist die XBR 500 ein sehr zuverlässiges Motorrad.

Und im Fahrbetrieb? Wer einmal auf der XBR gesessen hat, will gar nicht mehr herunter. So viel Spaß macht das Motorrad.
Durch die Sitzbankgestaltung sitzt man nicht auf, sondern in dem Motorrad. Die Sitzposition, der abgewinkelte Lenker und das
geringe Gewicht ermöglichen eine sportliche Fahrweise und machen den Einzylinder zu
einem "Kurvenräuber".
Vollgetankt (20 Liter) bei einem Gewicht von 182 kg und einer Höchstgeschwindigkeit von 171 km/h gehört die XBR zu den
flottesten Einzylindern ihrer Klasse. Satte Leistungsentfaltung ab 3.000 Touren.
Ein Durchschnittsverbrauch von 4,5 lLtr/100 km, sehr gut funktionierende Bremsen und ein leichtgängiges, präzise schaltendes
5-Ganggetriebe tragen ebenfalls zu einem positiven Gesamteindruck bei.

 

 

 

 


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