MZ
ES 150/1
ES-werkstatt 1
ES-werkstatt 2
ETZ 150 Enduro
ES 175/1
TS 250/1
ETZ 250
ETZ 250 A
Winteremme

MZ ES 150/1 das "Kleine Schweinchen" (ES = Einzylinder Schwinge)

Die MZ ES 125er bzw 150er Modelle wurden im MZ-Werk Zschopau von 1962 bis 1978 gebaut und waren damit die
am längsten produzierten MZ-Modelle und meistgebauten Motorräder weltweit. Angaben über die genauen Stückzah-
len sind unbekannt und schwanken zwischen 350.000 und 450.000 Motorrädern.
Im Volksmund wurden die kleinen ES-Modelle liebevoll auch "Kleines Schweinchen", "Kleine Ecklampe" oder aufgrund
des ungewöhnlichen Designs auch "Rasende Taschenlampe" genannt.
Der mit dem Rahmen fest verbundene Scheinwerfer bildete eine Linie mit dem Tank und der Sitzbank und gab der ES
ein zunächst sehr gewöhnungsbedürftiges Aussehen.



Durch den neuartigen Pressstahlrahmen mit zwei Rahmenhälften, die ausschließlich gebördelt und nicht geschweißt
wurden, konnte an dem Motorrad eine deutlich höhere Verwindungssteife erreicht werden. Wie die großen ES-Modelle,
bekam auch die kleine ES ein Vollschwingenfahrwerk, dass damals für großen Fahrkomfort sorgte.

Je nach Wunsch konnte die ES 150 mit Sitzbank oder Einzelsitzen geordert werden. Dazu wurde sie mit 18 Zoll-Felgen
und einer 6V Lichtmaschine mit Unterbrecherzündung ausgerüstet.

Der bereits im IWL SR59 "Berliner Roller" verwendete 4-Gangmotor, wurde weiterentwickelt und konnte nun in den ES-
Modellen im Mischungsverhältnis 1:33 gefahren werden. Zunächst schnurrte in der MZ ES 150 ein 10 PS Motor der
das kleine Motorrad mühelos auf 95 km/h beschleunigte. In der späteren ES 150/1 wurde die Leistung auf 11,5 PS ge-
steigert, was zu einer Endgeschwindigkeit von 105 km/h reichte.

 
Die hier gezeigte MZ ES 150/1 war technisch in einem schlechten Zustand und musste von Grund auf überarbeitet
werden. Nachdem der Motor ausgebaut war, wurde ein neuer Kabelbaum verlegt und da die originale 6V-Elektrik
keine wirklich zufriedenstellende Leistung bringt, erhielt das "kleine Schweinchen" bei der Gelegenheit eine elektro-
nische 12V-Zündung (Vape).

 
  
Der Motor war fest und offenbarte nach dem Öffnen eine Menge Arbeit. Ganz offensichtlich ist wohl irgendwann mal
Wasser in den Motor gelangt und so konnte sich Korrosion über die Jahre an's Werk machen...
 
  
 
   
Aber es ist alles machbar und durch die Hilfe eines Freundes erstrahlte nicht nur das Gehäuse sondern der ganze
Motor bald wieder in neuem Glanz. Die Kurbelwelle erhielt einen neuen Pleuelsatz und wurde feingewuchtet. Die
Laufbuchse im Zylinder wurde gehont und mit einem neuen Kolben versehen.
 
   
 
  
Das Egebnis konnte sich sehen lassen und der mit neuen Lagern versehene, komplett überholte Motor, konnte bald
wieder an seinen eigentlichen Standort versetzt werden.
Die kleine MZ ES 150 macht Spaß und ist ein schönes, leichtes Motorrad für den täglichen Gebrauch.

 
 
 
 
 
 
Werbefilm zur MZ ES 125/150 im DDR-Fernsehen:
 
 


 

 

      


 

 

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