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BMW K 75s
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BMW K 75s (Sport) der "Ziegelstein"

1983 präsentierte BMW erstmals ein völlig neues Motorrad, dass nicht mehr mit einem Boxermotor angetrieben wurde.
Die K-Baureihe setzte neue Maßstäbe im Motorradbau und war mit ihrem Design und ihrer Technik der Zeit damals weit
voraus. Sicher auch ein Grund, weshalb die alten K-Modelle heute gleichzeitig als Old- und Youngtimer gelten.
Bei der BMW K 75s mit ihrer schlanken, schnörkellosen Verkleidung, vermuten wohl die wenigsten, dass es sich hier
um ein Motorrad handelt, das vor weit über 25 Jahren Serienreife erhielt. Optisch kann die K 75s auch heute noch mit
modernen Tourern mithalten.


Die K-Baureihe oder "flying brick", wie sie auch genannt wird, erhielt einen längs eingebauten, liegenden Reihenmotor.
Zunächst auschließlich als 1.000 cm³-Version in der K 100. Aufgrund des Erfolges dann ab 1986 mit 750 cm³ in der K 75.
Die Zylinderzahl reduzierte sich um 1 Zylinder und brachte dem Motorrad eine Gewichtsersparnis von immerhin 10 kg.
Damit war der erste und bisher einzige BMW-3-Zylinder-Motorradmotor geboren.
Ein Zylinder weniger bedeutet mehr Unwucht und damit höhere Vibrationen. BMW ist dieser Tatsache mit einer parallel
zur Kurbelwelle montierten Ausgleichswelle begegnet, die mit ihren Schwunggewichten die größere Unwucht ausgleicht.
Durch die Gegenläufigkeit beider Wellen konnten die Konstrukteure eine deutlich größere Laufruhe erreichen.
Motor, Getriebe und Kupplung sind wie bei PKW-Motoren vollkommen eigenständige Bauteile und getrennt voneinander
konstruiert. 750 cm³ mit 2 Ventilen pro Zylinder und 75 PS bei 8.500/Min ergaben eine beachtliche Leistungsausbeute.
Diese reicht bei der K 75s zu einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.
Die K-Modelle erregen bis heute die Gemüter mancher BMW-Enthusiasten, weil sie so ganz anders konstruiert sind wie
die gewohnten "Boxer".
So teilen sich die Lager der BMW-Fahrer oftmals in Für und Wider. Letztendlich kann aber nicht bestritten werden, dass
es sich bei den K-Modellen um ein von großer Langlebigkeit und Zuverlässigkeit geprägtes Motorradkonzept handelt.
Diese Eigenschaften überzeugten so sehr, dass die K 75 jahrelang sowohl im Ausland als auch in Deutschland bei der
Bundeswehr, bei Rettungsdiensten, Stauhelfern und auch bei der Polizei eingesetzt wurde.

Die Sportversion der BMW wurde als K 75s von Mai 1986 bis September 1995 gebaut und erhielt eine fest mit dem
Rahmen verbundene Verkleidung. Ab Ende 1986 war sie auch in der 'Special'-Ausführung lieferbar und hatte, wie auf
den Fotos zu sehen, zusätzlich einen Motorspoiler bekommen. Bei der hier abgebildeten K 75s handelt es sich um eines
von 2 Sondermodellen, die 1986 auf der IFMA vorgestellt wurden. Sie erschienen in den Farben Brillant-Silber mit
schwarzer Sitzbank und in Onyx-Schwarz mit beiger Sitzbank. "Optical Tuning" nannte man das. Der Preis betrug 1986
für die beiden Sondermodelle stolze 14.900,- DM. Viel Geld damals und 510,- DM mehr als die normale K 75s kostete.

Der Motor läuft kultiviert und dank der Ausgleichswelle in allen Drehzahlbereichen fast vollständig vibrationsfrei. Die
Beschleunigungswerte von 0 auf 100 km/h in 4,7 Sekunden, können sich sehen lassen. Ebenso die Verzögerung der
Doppelscheibenbremsen (vorn)
und Einscheibenbremse (hinten). Sie beträgt von 100 auf 0 Km/h ganze 44,5 m.
Die elektronisch gesteuerte Schubabschaltung sorgt dafür, dass oberhalb von 2.000 U/Min
bei Gasrücknahme keine
Kraftstoffeinspritzung mehr erfolgt. Das hat den Effekt, dass bei absinkender Drehzahl ein spürbarer Bremseffekt
ein-
setzt. Erst wenn die Motordrehzahl auf 2.000 U/Min abgesunken ist, schaltet die Elektronik wieder auf Kraftstoffzufuhr
um.

Hinten wurde die BMW, wie damals schon üblich, mit der Monolever-Einarmschwinge und Kardanantrieb ausgestattet.
Der 21 Ltr. fassende Tank (davon 5 Ltr. Reserve) und der geringe Verbrauch von 3,5 - 5 Ltr. Superbenzin auf 100 km,
garantieren eine beachtliche Reichweite. Das Leergewicht beträgt 227 kg, das zulässige Gesamtgewicht 450 kg.
Der Gitterrohrrahmen und der Motor als mittragende stabile Einheit, verhelfen der K 75s zu einer weitgehend ruhigen
Straßenlage.
Im Gegensatz zu allen anderen K 75-Modellen wurde die K 75s hinten mit einer 17´´-Leichtmetall-Gussfelge und
130/90-17er Bereifung (2,5/2,9 bar) sowie Scheibenbremse ausgestattet. Vorn ist es bei den gewohnten 100/90-18er
Reifen (2,2/2,5 bar) und der 18´´-Felge geblieben.
Zugunsten einer sportlichen Fahrweise wurde das hintere Federbein härter abgestimmt. Zusätzlich ergaben das klei-
nere Hinterrad und der um 135 mm kürzere Federweg der Telegabel einen niedrigeren Schwerpunkt und damit ein
verbessertes Handling. Das größere Vorderrad verbesserte hingegen die Kurvenlage .

Die K 75s ist bei Liebhabern der K-Modelle inzwischen ein gesuchtes Motorrad. Gut erhaltene und vor allem unver-
bastelte Exemplare sind nicht mehr so häufig zu finden.
Das Motorrad bietet echten Fahrspaß auch auf längeren Touren und ist mit dem im Zubehör erhältlichen Kofferträger-
system eine schöne Reisemaschine.
Der durch den 3-Zylinder hervorgerufene kürzere Radstand, das kultivierte Triebwerk mit dem K 75-typischen, turbinen-
artigen Motorengeräusch, das ruhige Fahrverhalten, die flotten Beschleunigungswerte und die zuverlässig agierenden
Bremsen vermitteln ein rundum sicheres Fahrgefühl.

In der MOTORRAD von Dez. 2007 wurde eine BMW K 75 mit über 800.000 km vorgestellt. Bei km-Stand 500.000 hatte
sie einen neuen Austauschmotor bekommen.

Leider hat BMW die K 75s nach nur 9 jähiger Bauzeit und 18.649 verkauften Exemplaren Mitte der 90er Jahre aus dem
Programm genommen, obwohl es Jahre gab (z.B. 1996) in denen mehr Dreizylinder als Vierzylinder verkauft wurden.

Insgesamt wurden ca. 68.000 K 75-Modelle verkauft.
Vielleicht war es der hohe Anschaffungspreis, der die Verkaufszahlen letztendlich sinken ließ und das Produktionsende
einläutete. Eine Erfolgsgeschichte aber bleibt die K 75 im Motorradbau allemal.

 

BMW K 75s     

 

 

 

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