Simson
bis 1960
bis 1970
bis 1980
bis 1989
Anhänger MKH

MKH = VEB Metallkombinat Heldrungen

  
   

Die mehrjährige Wartezeit auf einen PKW, machte in der DDR zur Mobilitätssteigerung einen stabilen Anhänger erforderlich.
Es gibt Berichte, dass damit Baumaterialien für ganze Häuser herangeschafft wurden...
Tatsache ist, dass der solide Anhänger von allen SIMSON-Mopeds gezogen werden durfte. In späteren Jahren war er komplett
feuerverzinkt. Zudem war es möglich, die jeweiligen Eckstreben zur Erhöhung der Ladekapazität zu verlängern.
Die Beleuchtung entsprach den SIMSON-Modellen und w
ar per Anhängersteckdose mit dem Zugfahrzeug verbunden. Zur einfachen Handhabung hatte er eine Kugelkupplung und konnte so sekundenschnell angehängt werden.
Seine großen Räder sorgten für hohe Laufruhe und verhinderten ein ´Springen´ auch bei schnellerer Fahrweise. In späteren Ausführ
ungen gab es ihn sogar mit Bremslicht und Blinker.


   

Im November 1988 erschien ein deutlich überarbeitetes und komplett anders aussehendes Modell, welches grössenmäßig an die Mopedbaureihen SR50/SR80 angepasst wurde. Die zulässige Gesamtmasse erhöhte sich bei einem unveränderten Eigengewicht von 60 kg auf 80 kg.
Unter SIMSON-Liebhabern sind die Originalanhänger der MKH-Baureihe besonders begehrt und werden nicht häufig zum Kauf angeboten. Wer einmal einen solchen Anhänger besitzt, gibt ihn nur ungern wieder her. Gut erhaltene Exemplare erzielen inzwischen respektable Preise.

MKH Metallkombinat Heldrungen (später dann MWH Metallwerke Heldrungen)

Bei dem MWH gab es verschiedene Ausführungen:
- F    = für Fahrräder mit Fahrradschlußleuchte
-   = für den SR2
- M1 = für SR4 Typen (Ausnahme SR4-3) bzw. KR 51,
- M2 = für S50 N-Modelle mit rundem Rücklicht und
- M3 = für S50 der B-Variante mit Rücklicht und Blinkern.
- RB = für SR50 (der Anhänger war etwas kleiner, mit Rücklicht und Blinker)


Technische Daten der M-Modelle:

Fahrgestellrahmen:           Kastenrahmen aus Flachstahlprofil mit Deichselrohr, verschweißt
Aufbau:                                 offener, verschweißter Stahlblechkasten, verzinkt
Vorderachse:                      verstärkte Transportnabe, Typ Renak
Rahmennummer:               auf Rahmenversteifung vorne rechts
Bereifung:                            20 x 2,25 auf Tiefbettfelgen
Schutzbleche:                     schwarz lackiert
Kippsicherheit:                    bis 68% seitl. Neigung
Rücklicht:                              Fahrtrichtung links mit Halteblech
Elektrik:                                 4-poliges Kabel, unter dem Hänger ins Deichselrohr geführt
Kupplung:                             für Kugelkopf 18 mm
Leergewicht:                        24 kg
Zulässige Achslast:            60 kg
Max. Geschwindigkeit:      40 km/h
Zulassung:                            nicht erforderlich, ABE erforderlich

Der Anhänger hat den DDR Typschein Nr. 1034 (ABE-Ost) bzw. später die DDR-Bauartgenehmigung BAG 1034-1.
Ersatzpapiere können beim KBA in Flensburg beantragt werden.


  


Betriebsanleitung für den Mokickanhänger MWH/M2 bzw. MWH/M3

Die Angaben dieser Betriebsanleitung über Ausführung und Zubehör sind nicht bindend. Änderungen am Anhänger berechtigen den Käufer nicht, Ansprüche irgendwelcher Art beim Herstellerbetrieb geltend zu machen.


1 Verwendungszweck

Die Mokickanhänger MWH/M2 und MWH/M3 dienen als Transportmittel für eine Gesamtmasse von 60 kg einschließlich Hänger. Entsprechende Zugvorrichtungen verbinden die Mokickanhänger mit dem Zugfahrzeug. Bei Anhängerbetrieb darf die Geschwindigkeit des Zugfahrzeuges nicht mehr als 40 km/h betragen.


2 Aufbau

Die beiden Mokickhängertypen sind in ihrem konstruktiven Aufbau bis auf die elektrische Ausrüstung gleich. Sie setzen sich grundsätzlich aus Anhängerkasten, Flach-T-Stahlrahmen, Zugstange, den Laufrädern und der Beleuchtungseinrichtung zusammen.

Bei leichtem Ladegut ist eine Vergrößerung des Laderaumes möglich. In den vier Ecken des Anhängerkastens sind für das Befestigen eines Aufsatzes Profile eingeschweißt.

Die Laufräder 20 x 2 1/4" gewährleisten bei einem Luftdruck der Reifen von 1,20 atü auch bei voller Belastung des Anhängers einen leichtgängigen Lauf (niedriger Rollwiderstand). Schwarz lackierte Schutzbleche 24" sind als Spritzschutz angebracht.

Die Oberfläche der Mokickanhänger ist feuerverzinkt. Somit ist bei sachgemäßer Behandlung eine lange Lebensdauer gewährleistet. Durch eine bewegliche Kugelkupplung wird eine schnelle und zuverlässige Verbindung von Anhänger und Zugfahrzeug erreicht.

Leuchtenbestückung:

MWH/M2

MWH/M3

1 Bremsschlußleuchte
 BSL 100, 8520.20
 mit

1 Bremsschlußleuchte
 BSL 100, 8520.20
 mit

2 Kugellampen
 6V, 5W, BA 15s
 6V, 21W, BA 15s

2 Kugellampen
 6V, 5W, BA 15s
 6V, 21W, BA 15s

 

2 Blinkleuchten, hinten
 8580.23/1 mit
 6V, 21W, BA 15s

 

1 Kugellampe


Technische Änderung:
Bremsschlußleuchte
BSL 122, 8520.26


3 Technische Daten

größte Länge: 1740 mm
nutzbare Länge: ca. 820 mm

größte Breite: 730 m
nutzbare Länge: ca. 820 mm

größte Höhe: 740 mm
nutzbare Höhe: ca. 250 mm

Laderaum ca. 0,1 cbm

Eigenmasse: 24 kg

Nutzmasse: 36 kg

zulässige Gesamtmasse: 60 kg

Luftdruck der Reifen: 1,20 kp/qcm

zulässige Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h

 

4 Inbetriebnahme

4.1 Verbindung von Anhänger und Zugfahrzeug

Das Anhängerkupplungsstück ist am Mokickanhänger an der Stirnseite der Zugstange verschraubt und gekontert. Der Kugelbolzen ist an der Zugvorrichtung verschweißt und wird durch eine Schlitzhülse, die mit Federkraft über den Kugelbolzen geschoben wird, gehalten. Damit wird eine sichere und schnell lösbare Verbindung zwischen Anhänger und Zugfahrzeug erreicht.

Die Zugvorrichtung wird bei beiden Mokickanhängertypen am Rahmenobergurt und Gepäckträger befestigt.

4.2 Elektrische Anlage

Die Montage der Steckdosen und Anschluß der Kabelbäume für die entsprechenden Typen hat nach Schaltplan und Montageanleitung zu erfolgen, auch bei anderer Farbgebung der einzelnen Leitungskabel!
Die elektrische Verbindung zwischen Anhänger und Zugfahrzeug gewährleisten ein bzw. zwei Stecker StK 2/7 A 8821:2 (am Mokickanhänger) und ein bzw. zwei Steckdosen StK 1/7 A 8827:2/1 (an der Zugvorrichtung).
Die Kupplung ist so geschaltet, daß beim Verbinden von Anhänger und Zugfahrzeug die Rückbeleuchtung des Zugfahrzeuges unterbrochen wird!
Ein bzw. zwei mitgelieferte Adapterkabel stellen die Verbindung von Steckdose zur Rückbeleuchtung des Zugfahrzeuges her.


Achtung!
Bei der Verdrahtung der Kabelbäume 2206.0-0001:00 (4) und 2207.0-0000:03 mit den Steckdosen SK 1/7 A 8820:2/1 muß abgesichert werden, daß die PVC-Ummantelung der Kabelbäume bis in den Steckdoseninnenraum geführt wird!

4.3 Wartung und Sicherheitsvorschriften

  • Vor Inbetriebnahme ist die elektrische Ausrüstung zu überprüfen!
  • Auf entsprechenden Reifenluftdruck von 1,20 kp/qcm, gleichmäßig gespannte Speichen sowie ordnungsgemäße Radbefestigung ist zu achten!
  • Die Kugellager der Laufräder sind jährlich mit Wälzlagerfett WZF u. K 3 TGL 14819 Bl. 3 abzuschmieren!
  • Auf Einhaltung der zulässigen Gesamtmasse und Höchstgeschwindigkeit ist zu achten!
  • Bei leerem Anhänger muß vorsichtig gefahren werden (Kippgefahr)!
  • Vorsicht bei nasser Straße, vor allem beim Bremsen!
  • Nach jeweils 2500 km Fahrstrecke muß eine Kontrolle und das Nachstellen der sich ergebenden Lagerluft an den Konuslagern beider Laufräder erfolgen!

4.4 Besondere Hinweise

Der Eigentümer muß vor Inbetriebnahme den Mokickanhänger im Berechtigungsschein bei der zuständigen VP-Dienststelle eintragen lassen.

  • Jeweils vor Fahrbeginn ist zu prüfen, ob der Anhänger sachgemäß gekoppelt ist. Das ist der Fall, wenn die Schlitzhülse mittels Federkraft über den Kugelkopf des Kugelbolzens geschoben ist.

 

5 Montageanleitung für die Zugvorrichtung und Steckdose S 50 N

  1. Federbeine am Rahmenobergurt abschrauben
  2. Gepäckträger am Haltebügel lösen
  3. Zugvorrichtung von hinten parallel zum Rahmenobergurt aufstecken
  4. Federbeine und Zugvorrichtung am Rahmenobergurt wieder festschrauben
  5. Zugvorrichtung und Gepäckträger mit beigefügten Sechskantschrauben M 6x25 am Haltebügel anbauen
  6. Lösen des Kabelbaumes 1120217805/3 von der BSL und Herausziehen aus der Kabeltülle der BSL. Der Kabelbaum wird zwischen Kotflügel und Rahmenobergurt bis zum Steckdosenhalter links an der Zugvorrichtung zurückgezogen und zwischen Sitzbank und Rahmenobergurt seitlich herausgezogen.
  7. Dieser Kabelbaum ist um 90 mm zu verkürzen.
  8. Kfz-Leitungen 5 mm entmanteln, verdrillen und verzinnen.
  9. Der Kabelbaum 2206.0-0001:00 ist durch die Kabeltülle der BSL und zwischen Kotflügel und Sitzbank bis zum Steckdosenhalter durchzuziehen.
  10. Beide Kabelbäume werden nach Schaltplan an die Steckdose angeschlossen.
  11. Die Steckdose wird mit 3 Zylinderschrauben AM 5x35, 3 Zahnscheiben und 3 Sechskantmuttern über eine Gummischeibe Durchmesser 71 mm am Steckdosenhalter der Zugvorrichtung befestigt.
  12. Anschließen des Kabelbaumes 2206.0-0001:00 an die BSL nach Schaltplan.
  13. Funktionsprobe


Bei angekuppeltem Anhänger muß die BSL am Zugfahrzeug abgeschaltet und die BSL am Anhänger zugeschaltet sein.

 

6 Montageanleitung für Zugvorrichtung und Steckdosen S 50 B

Das Montieren der Zugvorrichtung und Steckdosen für den S 50 B erfolgt analog der Montageanleitung für S 50 N mit folgenden Erweiterungen:

  1. Blinkleuchten links und rechts hinten abklemmen und abbauen (Dichtungsringe beachten).
  2. Kfz-Leitungen schwarz-grün und schwarz-weiß aus beiden Rohren herausziehen und zwischen Kotflügel und Rahmenobergurt bis zum Steckdosenhalter rechts zurückziehen.
    Die Kfz-Leitung braun bleibt unverändert.
  3. Der Kabelbaum 1120219802/4 ist um 120 mm zu kürzen.
  4. Kfz-Leitungen 5 mm entmanteln, verdrillen und verzinnen.
  5. Kabelbaum 22070.0000:03 ist wie folgt einzubauen:
    Kfz-Leitung schwarz/grün ist von der Mitte durch das Rohr zur Blinkleuchte rechts zu stecken.
    Kfz-Leitung schwarz/weiß ist von der Mitte durch das Rohr zur Blinkleuchte links zu stecken.
    Kabelbaum verläuft zwischen Kotflügel und Rahmenobergurt bis zum Steckdosenhalter rechts.
  6. Beide Kabelbäume werden nach Schaltplan an die Steckdose angeschlossen. (Siehe Schaltplan)
  7. Anbauen der Steckdose siehe 5 50 N, Pkt. 11.
  8. Dichtungsringe auf Kfz-Leitung, Blinkleuchten auf das Rohr aufstecken und festschrauben sowie nach Schaltplan anschließen.
  9. Funktionsprobe
  • Bei angekuppeltem Anhänger blinken die Blinkleuchten am Zugfahrzeug vorn und am Anhänger.
    Blinkleuchten am Zugfahrzeug hinten müssen abgeschalten sein.

  • Um Verwechslungen beim Anschließen der Kabelbäume des Anhängers zu vermeiden und um die volle Bewegungsfreiheit bei Kurvenfahrten sicher zu stellen, sind die beiden Kabelbäume sorgfältig zu verlegen!


     
Counter unsichtbar